WALDWEG
| PRODUKTIONS-NUMMER: | 22 |
| PRODUKTIONS-JAHR: | 2006 |
| DVD-NUMMER: | 006 |
| OK-ERSTAUSSTRAHLUNG: | 18.11.2006; 19:00 Uhr |
| DAUER: | 16 min. |
| DREHTAGE: | 1 |
| DARSTELLER: | 4 |
Liebe Leserin, lieber Leser,
Nach dem letzten eigenen Spielfilm "Karch - Der Kommissar für alle Fälle" vor acht Jahren, arbeitete ich mit Jan Siebel
an mehreren Drehbüchern für weitere Spielfilme. Leider wurden diese Projekte immer gleich viel zu groß und aufwendig, so dass
wir sie nie hätten umsetzten können. In den letzten Jahren war ich zusätzlich filmisch mit so vielen anderen Projekten beschäftigt,
dass wir dafür erst recht keine Zeit hatten. Im Sommer 2006 saßen wir zusammen auf der Terrasse und stellten fest,
dass wir beide große Lust hatten, mal wieder einen eigenen Film zu drehen. Jedoch setzten wir uns als Ziel, einen
Kurzfilm mit einem Drehort, wenigen Schauspielern und möglichst nur einem Drehtag zu drehen. Wir hatten aus der
Vergangenheit gelernt. Wir machten uns beide Gedanken, worüber der Film handeln könnte.
Als ich wenige Tage später den zweiten Teil von "Herr der Ringe" mal wieder sah, blieb der Satz "Waren wir hier schon mal?"
kurz bevor Frodo und Sam sich von Gollum führen lassen, bei mir hängen. Ich stellte mir vor, was wohl wäre, wenn sie
nicht im Kreis gelaufen wären, sondern sich alles (örtlich) wiederholt. Die zeitliche Wiederholungsschleife kennt man ja von
"Täglich grüßt das Murmeltier". Ich dachte mir, dass als Drehort sich für so etwas am besten der Wald eignet. Glücklicherweise
ist man von Landau aus ja sehr schnell im Pfälzer Wald. Die Idee war also, zwei Personen im Wald spazieren gehen zu lassen
und irgendwann fängt es an, dass sie scheinbar im Kreis laufen. Egal was sie probieren, sie kommen immer an der selben
Stelle an. Einzig die Auflösung fehlte mir noch.
Diese Idee erzählte ich dann Jan, der gleich begeistert war. Er hatte dann auch die Idee für die Auflösung.
Damit hatten wir endlich die Filmidee, nach der wir gesucht hatten. Zwei Schauspieler, ein Drehort und optimalerweise ein
Drehtag. Die Schauspielerfrage war dann jedoch wieder schwieriger als gedacht. Mit Benjamin Schardt (der Hauptdarsteller
aus "Blutsbande") hatten wir zwar gleich einen sehr fähigen Schauspieler, jedoch hatte er nur begrenzt Zeit, so dass wir in
sehr kurzer Zeit einen zweiten Schauspieler finden mussten. Endlose Telefonate mit Leuten die jemanden kennen, der jemanden
kennt, der schauspielern kann folgten. Eine Absage nach der anderen. Bis ich drei Tage vor dem Drehtermin über drei Ecken die
Telefonnummer von Simon Siener bekam, der dann letztenendes auch die Rolle des Julian übernahm. Da hatten wir dann also
noch Glück.
Weniger Glück hatten wir beim Kameramann. Drei standen zur Auswahl, leider hatten alle drei genau
in dieser Woche, in der wir drehen mussten keine Zeit. Also mussten wir wohl oder übel selbst Kamera, Regie und
Aufnahmeleitung übernehmen. Eigentlich wollten wir das aufteilen, dass jeder ein Job hat und den richtig machen kann.
Immerhin hatten wir einen guten Mann am Ton: Thorsten Tschirner hatte Zeit und Lust
bei unserem kleinen Projekt mitzumachen. So mussten wir uns beim Drehen nicht noch darum kümmern.
Am 6. September 2006 war es dann soweit, wir drehten im Wald. Am Anfang brauchten wir ein bißchen, bis alles richtig
angelaufen war, doch dann lief es recht gut. Der Personalmangel machte sich jedoch schon bald bemerkbar, denn wir
hingen immer mehr im Zeitplan. Bis 18:00 Uhr war das Licht im Wald noch gut. Bis dahin wollten wir auch fertig sein.
Leider mussten wir bis 20:00 Uhr drehen, was natürlich extreme Lichtveränderungen zur Folge hatte. Aber immerhin hatten
wir alle benötigten Aufnahmen mit den Schauspielern im Kasten. Einzig ein paar Waldaufnahmen für Zwischenschnitte und den
Vorspann fehlten noch. Das holten Jan und ich am darauffolgenden Sonntag zu zweit nach. Hier konnten wir auch den
Kamerakran richtig zum Einsatz bringen. Am ersten Drehtag hätte das zu viel Zeit gekostet.
Noch am gleichen Tag begannen wir mit dem Digitalisieren der Aufnahmen. Ein paar Nächte hängten wir noch mit dem Schnitt dran,
schon war der Film fertig geschnitten. Jetzt kam das, wovor wir nach dem deutlich ausgedehnten Drehtag am meisten Bedenken
hatten: die Farbkorrektur. Hier mussten wir mit zahlreichen Effekten versuchen, die Farbstimmungen von 11:00 Uhr
morgens und 20:00 Uhr abends aneinander angleichen. Das ging am Anfang noch sehr schleppend, bis wir dann irgendwann den Dreh
heraus hatten. Schon bald war auch das erledigt.
Fehlten nur noch der Soundtrack und die 3D-Spezialeffekte. Hierbei teilten wir uns auf: Jan kümmerte sich um die
Spezialeffekte, ich schrieb den Soundtrack. Ende Oktober war dann alles fertig. Damit hatten wir unseren neuen Rekord
aufgestellt. Innerhalb von ca. drei Monaten haben wir es geschafft einen Kurzfilm komplett zu planen, drehen und schneiden.
Das motiviert.
Unter
www.waldweg.wtvproduction.de gibt noch mehr Informationen zum Film.